Was ist Franken?
Was ist eigentlich Franken?
Wer in Bamberg lebt, ist zuerst einmal eines: Franke. Doch was heißt das eigentlich? Franken ist eine Region mit rund fünf Millionen Menschen, die sich über den Norden Bayerns – die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken – sowie angrenzende Gebiete in Baden-Württemberg, Thüringen und Hessen erstreckt. Bamberg liegt mitten in Oberfranken und ist eine seiner schönsten Städte.
Die „Kühnen“ – woher der Name kommt
Der Name geht auf den germanischen Stamm der Franken zurück. Sprachforscher leiten ihn von einer alten Wortwurzel ab, die so viel wie „frech, tapfer, mutig“ bedeutet – die Franken waren also wortwörtlich „die Kühnen“. Ein eigenes fränkisches Wir-Gefühl entwickelte sich vor allem seit dem Fränkischen Reichskreis von 1512, in dem die Region erstmals politisch zusammengefasst war. Erst 1803/1806, in der napoleonischen Zeit, kam der größte Teil Frankens zu Bayern – weshalb sich viele Franken bis heute augenzwinkernd zuerst als Franken und dann erst als Bayern verstehen.
Der Fränkische Rechen – das Wappen
Das Symbol Frankens ist der rot-weiße „Fränkische Rechen“: drei aufsteigende silberne Spitzen auf rotem Grund. Er geht auf das Wappen der Würzburger Fürstbischöfe zurück, die sich als „Herzöge zu Franken“ verstanden, und ist heute in unzähligen Gemeinde- und Kreiswappen, an Fahnenmasten und auf Festplätzen zu sehen – seit 1950 auch offiziell im bayerischen Staatswappen, wo er die drei fränkischen Regierungsbezirke vertritt.
Bier, Wein und Schäuferla
Kulinarisch ist Franken ein Schwergewicht: Nirgendwo auf der Welt ist die Brauereidichte höher als in Oberfranken – allein in Stadt und Landkreis Bamberg wird in Dutzenden Familienbrauereien gebraut, vom süffigen Kellerbier bis zum berühmten Bamberger Rauchbier. Dazu kommen das Weinland am Main in Unterfranken, deftige Klassiker wie Schäuferla mit Kloß, fränkische Bratwürste in allen Größen und im Herbst der Karpfen „blau“ oder „gebacken“. Gegessen und getrunken wird am liebsten auf dem „Keller“ – so heißt in Franken der Biergarten, weil man einst direkt über den Felsenkellern der Brauereien saß.
Was Franken sonst noch besonders macht
Die erste deutsche Eisenbahn fuhr 1835 von Nürnberg nach Fürth. In Solnhofen auf der Fränkischen Alb wurde der Urvogel Archaeopteryx gefunden. Und mit dem UNESCO-Welterbe Bamberg, der Fränkischen Schweiz, dem Steigerwald und dem Maintal liegen gleich mehrere der schönsten Landschaften und Kulturschätze Süddeutschlands direkt vor unserer Haustür. Jedes Jahr am 2. Juli feiert die Region übrigens den „Tag der Franken“ – mit Rechen-Fahne, Blasmusik und, natürlich, einem guten Seidla.
Mitten in Franken: der Landkreis Bamberg im Porträt →
Zu unseren Städten und Orten mit noch mehr Wissenswertem →