Walsdorf (Oberfranken) – Gemeinde im Aurachtal bei Bamberg
Walsdorf liegt rund zehn Kilometer westlich von Bamberg im Tal der Aurach, dort wo das Mittelfränkische Becken in den Steigerwald übergeht. Zur Gemeinde mit ihren etwa 2.600 Einwohnern gehören neben dem Pfarrdorf Walsdorf die Ortsteile Erlau, Feigendorf, Kolmsdorf und Zettelsdorf. Die Nähe zur Stadt macht den Ort als Wohnsitz begehrt – zwischen 1988 und 2018 wuchs die Bevölkerung um über die Hälfte, so stark wie in keiner anderen Gemeinde des Landkreises.
Erstmals erwähnt wird Walsdorf 1317 im ältesten Würzburger Lehnsbuch; der Name geht wahrscheinlich auf den Personennamen Walah zurück, gedeutet wird er teils auch über die fränkische Bezeichnung „Walchen“ für Fremde. Grabhügel in der Umgebung zeugen von noch weit älterer, keltischer Besiedlung. Prägend wurde ab 1524 die Herrschaft der Familie von Crailsheim, die um 1550 den evangelischen Glauben einführte – bis heute ist Walsdorf ein Zentrum des Protestantismus in der Region. 1805 kam der Ort zu Bayern.
Wer Walsdorf besucht, findet erstaunlich viel Geschichte auf engem Raum: die St.-Laurentius-Kirche mit Turm aus dem 14. Jahrhundert und barocker Ausstattung, Fachwerkhäuser, die ehemalige Synagoge von 1732 und den größten jüdischen Friedhof des Landkreises mit über 1.000 Grabsteinen. Im Aurachgrund pflegen seit 2006 Heckrinder, Wasserbüffel und Konikpferde eines der größten Schilfgebiete Oberfrankens – und der überregional bekannte Bauernmarkt samt Bulldog-Parade lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher an.